Metalldrahtgewebe

Bindungsarten

Leinenbindung

Die Leinenbindung wird auch „glattes Gewebe“ genannt. Bei dieser Bindungsart bindet je ein Kettdraht einen Schussdraht und umgekehrt bindet je ein Schussdraht einen Kettdraht ein. Hierdurch werden Kett-und Schussdraht sehr gut fixiert, so dass Maschenverschiebungen selbst unter hoher Belastung kaum möglich sind. Aus dieser Bindungsart resultiert im Vergleich zu anderen Geweben die exakteste Maschenöffnung. Die Maschenform kann quadratisch oder rechteckig sein. Die Bindungsart erlaubt kleine Maschenweiten bis zu 60 µm. Durch die Webart bedingt müssen alle Drähte dünner als die Masche sein, daher kann das Gewebe nur begrenzt belastet werden. Vorteilhaft ist jedoch, selbst bei feinsten Bindungen, der große filterwirksame Querschnitt von über 30 % und die hohe Maschenzahl. Daraus resultieren der geringe Strömungswiderstand, das hohe Schmutzspeichervermögen und die gute Regenerierbarkeit des Gewebes. Es eignet sich somit hervorragend für Filtrationszwecke.

Köperbindung

Die Köperbindung ist der Leinenbindung ähnlich. Hier bindet je ein Kettdraht mindestens zwei Schussdrähte und umgekehrt bindet je ein Schussdraht zwei Kettdrähte ein. Kett-und Schussdrähte sind nicht so gut miteinander fixiert wie bei der Leinenbindung. Je nach Wahl von Werkstoff, Maschenweite und Drahtdurchmesser wird das Gewebe bereits beim Webvorgang verschoben. Die Maschenform kann rautenförmig sein und ungleiche Seitenlängen aufweisen. Unter Belastung setzt sich das Verschieben der Masche weiter fort. Die Bindungsart erlaubt sehr kleine Maschenweiten. Bei einer Maschenweite von nur 20 µm liegt der filterwirksame Querschnitt aber immer noch bei über 25 %. Des Weiteren ist bei der Köperbindung, selbst bei kleinster Maschenweite, eine hohe Maschenanzahl gegeben. Das Gewebe eignet sich daher gut für Filtrationszwecke. Strömungswiderstand, Schmutzspeichervermögen und Regenerierbarkeit sind vergleichbar mit der Leinenbindung.

Fünfschaftköper (Atlasbindung)

Bei der Fünfschaft-Atlasbindung wird jeder fünfte Kettdraht vom Schussdraht eingebunden. Durch diese Webart entstehen eine glatte Oberfläche und eine offene Unterseite. Die Maschen sind längsgeformt. Die kleinste Maschenweite ist größer als 50 µm. Die Webart erlaubt die Verwendung von Drähten, die einen größeren Durchmesser haben, als die Weite der Masche. Durch die ausgewählten Drahtkombinationen wird eine hohe Durchflussleistung erzielt. Das Gewebe hält mechanischen Belastungen gut stand und es eignet sich sehr gut für Filtrationszwecke. Durch die glatte Oberfläche dieses Gewebes kann zum Beispiel ein Filterkuchen leicht abgelöst werden. Es lässt sich daher sehr gut reinigen und durch die offene Unterseite können Flüssigkeiten gut abfließen.

Glatte Tresse

Bei der „glatten Tresse“ werden die Schussdrähte in Leinbindung dicht aneinander geschlagen. Die Kettdrähte liegen im weiten Abstand voneinander und sind dicker als die Schussdrähte. Hierdurch entstehen im Gewebe liegende dreiecksförmige Öffnungen. Die Belastbarkeit ist selbst bei kleinen Öffnungen deutlich besser als bei Leinen-und Köperbindungen. Der freie filterwirksame Querschnitt liegt unter 20 %, das Schmutzspeichervermögen ist dementsprechend gering. Aufgrund der Gewebeart dringt Schmutz in das Gewebe ein. Es ist aber für Filtrationszwecke gut geeignet. Der Strömungswiderstand ist gering. Das Regenerieren ist schwieriger als bei einer Leinen-und Köperbindung. Durch Rückspülen lässt es sich das Gewebe aber gut reinigen.

Optimierte glatte Tresse

Diese Webart entspricht der „glatten Tresse“, es werden jedoch wesentlich dünnere Schussdrähte aneinander geschlagen. Dadurch ist eine wesentlich höhere Anzahl von Öffnungen vorhanden. Hieraus resultiert ein sehr hohes Schmutzspeichervolumen. Die Filterfeinheit ist vergleichbar mit der glatten Tresse aber die Durchflussleistung ist erheblich größer. Der filterwirksame Querschnitt liegt je nach Ausführung der Tresse bei 27 % bis 42 %. Sehr vorteilhaft ist zudem die Grundkonstruktion: durch die ausgewählten Drahtkombinationen dringt Schmutz größtenteils nicht mehr tief ins Innere des Gewebes ein, sondern bleibt an der Gewebeoberfläche haften. Das Regenieren ist besser als bei der Leinenbindung und durch Rückspülen lässt es sich gut reinigen. Die optimierte glatte Tresse ist daher ein hervorragendes Filtermedium und sehr gut geeignet für Filtrationszwecke.

Köpertresse

Die engste Öffnung bildet sich bei dieser Webart durch drei, sich in unterschiedlichen Richtungen kreuzenden, Schussdrähten. Sie erzeugen mit den Kettdrähten einen nach zwei Seiten offenen Kanal. Bei der Köpertresse können doppelt so viele Schussdrähte angeschlagen werden, wie bei der glatten Tresse. Das wird dadurch erreicht, dass der dünnere Schussdraht zwei dickere Kettdrähte überspringt und nur halb so häufig umgelenkt wird. Diese Webart erlaubt daher feinere Filterfeinheiten als bei allen anderen Tressen. Die Gewebestruktur führt zu einer hohen Filtergenauigkeit, obwohl das zu filtrierende Medium nur zu einem geringen Teil der Kanalrichtung folgt. Es fließt zum größten Teil quer durch die Spalte ab. Das Gewebe hat jedoch einige Nachteile im Vergleich zu den anderen Tressen: der filterwirksame Querschnitt ist deutlich kleiner und es kann zudem wenig Schmutz speichern. Die Durchflussleistung ist sehr gering, wodurch das Gewebe sehr schnell zuwächst. Die Regenerierbarkeit ist schlecht. Der praktische Einsatz ist aufgrund dessen für Filtrationszwecke stark begrenzt.

Breitmaschen-Köpertresse

Bei der „breitmaschigen Köpertresse“ werden die Schussdrähte nicht lichtdicht aneinander geschlagen. Dies führt zu einem geringeren Trenngrad und Filtergenauigkeit als bei der regulären Köpertresse. Dieses Gewebe verfügt über gute Durchflusseigenschaften und gute Regenerationseigenschaften und ermöglicht einen geringen Druckverlust. Durch die beidseitig glatte Oberfläche ist eine leichte Reinigung möglich. Daher ist diese Webart für viele Filtrationszwecke geeignet.

Panzertresse

Bei der „umgekehrten Tresse“, auch Panzertresse genannt, sind die Kettdrähte dünn und die Schussdrähte dick. Die Anzahl der Kettdrähte ist wesentlich größer als bei der glatten Tresse. Die Schussdrähte werden wie bei der glatten Tresse dicht aneinander geschlagen. Die Öffnungen verlaufen schräg zur Gewebeoberfläche und erzeugen so eine hohe Filtergenauigkeit. Ein weiterer Vorteil gegenüber der glatten Tresse ist der deutlich größere freie filterwirksame Querschnitt als auch die wesentlich größere Schmutzspeicherkapazität. Die unterschiedliche Kombination aus der Anzahl der Drähte und dem Drahtdurchmesser führt zu einem filterwirksamen Querschnitt zwischen 25 % und 38 %. Die ausgewählten Drahtkombinationen erlauben eine große Reißfestigkeit und halten hohen mechanischen Belastungen stand.

Köperpanzertresse

Bei der „umgekehrten Köpertresse“ sind ebenfalls die Kettdrähte dünn und die Schussdrähte dick. Sie wird daher als umgekehrte Tresse, oder als Köperpanzertresse bezeichnet. Durch die Köperbindung werden die Kettdrähte beim Anschlagen der Schussdrähte deutlich weniger belastet als bei der glatten Tresse. Das Gewebe eignet sich daher für Einsatzzwecke mit sehr hoher mechanischer Belastung. Durchflussleistung und Filtergenauigkeit sind bei den ausgewählten Drahtkombinationen gut.